Wenn der Expartner ein Narzisst ist und Kinder im Spiel sind

Vorneweg: Das Wort Narzisst kann keiner mehr hören. Es wird zu oft benutzt, gerade auf Social Media. Nicht jeder komplizierte Mensch ist ein Narzisst und nicht jeder Narzisst ein blutrünstiges Monster. Aber eins haben alle gemeinsam: Gespräche werden zum Machtkampf.

Das Problem ist das gemeinsame Kind. Je kleiner es ist, desto schwieriger wird es. Absprachen müssen getroffen werden, Kommunikation muss stattfinden, Informationen müssen ausgetauscht werden. Betroffene Mütter berichten immer wieder vom selben Muster, das sich abspielt wie eine Schallplatte. Ein kurzes, normales Gespräch wird gesucht und ehe man sich versieht, steckt man in einem Kreislauf, aus dem man kaum wieder herauskommt.

Schuldumkehr, Machtspiele, Drohungen, manchmal offene Beschimpfungen, manchmal ständige, verdeckte passive Aggression und Abwertung. Oft ist das alles so subtil und so täuschend echt, dass vor allem das empathische Gegenüber keinen Ausstieg findet. Gerade wer als Kind nie gelernt hat, klare Grenzen zu setzen, oder wessen Grenzen nicht respektiert wurden, fängt schnell an, an sich zu zweifeln. Habe ich vielleicht doch etwas falsch gemacht? Hat mein Ex recht, wenn er sagt, es sei so und so? Was ist mein Anteil daran? Dann folgen Rechtfertigung, Deeskalation und Verteidigung, und die Endlosspirale dreht sich weiter. Endlose Diskussionen im Kreis, ohne Ergebnis, sinnlos, Zeitverschwendung und vor allem eins: energieraubend.

Was wirklich hilft:

1.Schreib nur über das Kind. Nicht über euch, nicht über die Vergangenheit, nicht über Gefühle. Alles, was nicht das Kind betrifft, bleibt unbeantwortet.

2. Halte dich kurz, sachlich und freundlich. Ein bis drei Sätze, klare Info, klare Frage, kein Vorwurf. Zum Beispiel: Ich hole Mia am Freitag um 16 Uhr ab. Bitte bestätige kurz.

3.Rechtfertige dich nicht. Jede Erklärung ist neues Futter für die nächste Diskussion. Du darfst einen Satz einfach stehen lassen, ohne ihn zu verteidigen.

4. Geh nicht auf Provokationen ein. Beantworte nur den Teil der Nachricht, der eine echte Absprache enthält, und ignoriere den Rest. Das fühlt sich anfangs hart an, wird aber leichter.

5.Kommuniziere lieber schriftlich als am Telefon. Du gewinnst Zeit, musst nicht sofort reagieren und hast alles schwarz auf weiß.

6.Antworte nicht sofort. Lass dir Zeit, auch bis zum nächsten Tag, wenn es nicht dringend ist. Wer aus dem Affekt schreibt, landet schnell wieder in der Spirale. Manchmal ist es auch absolut in Ordnung GAR NICHT zu antworten, sofern es bereits besprochen wurde.

7. Dokumentiere. Bewahre Nachrichten und Absprachen geordnet auf. Das gibt dir Sicherheit.

8.Hol dir Rückhalt außerhalb. Eine Beratung, eine Therapie oder eine Gruppe von Betroffenen hilft dir, deine Wahrnehmung zu prüfen, wenn du wieder anfängst, an dir zu zweifeln.

Du musst dich nicht erklären, du musst nicht gewinnen und du musst nicht überzeugen. Es reicht, dass die Absprache fürs Kind steht.

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Warum Kinder zu Hause und in der Lernförderung können, was sie im Test nicht zeigen

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Wenn dein Kind zum Vermittler wird…